Der
Deutsch-Sowjetische Krieg wurde vom
Deutschen Reich am 22. Juni 1941 unter dem Vorwand eines Präventivschlages gegen die bisher mit dem
nationalsozialistischen Deutschland verbündete
Sowjetunion begonnen. Gemäß dem deutschen Aufmarschplan „
Unternehmen Barbarossa“ überschritten drei Millionen deutsche Soldaten und 600.000 Soldaten aus Italien, Ungarn, Finnland, Rumänien und der Slowakei auf einer über 1500 km breiten Front zwischen Ostsee und Schwarzem Meer die Demarkationslinie zur UdSSR. Als Hauptmotivation
Adolf Hitlers gilt die Gewinnung von „Lebensraum im Osten“ durch Ausrottung und Vertreibung der ansässigen „nichtarischen“ Bevölkerung in einem Eroberungs- und Vernichtungskrieg sowie die Vernichtung des bolschewistischen politischen Systems. Der Anteil militärstrategischer Erwägungen (
Präventivkriegsthese) ist umstritten.
Im deutschsprachigen Raum ist dieser mit Abstand größte Kriegsschauplatz des
Zweiten Weltkrieges auch unter der Bezeichnung
Russlandfeldzug oder schlicht als
Ostfront bekannt. In der Sowjetunion ging er als
Großer Vaterländischer Krieg () in die Geschichte ein, in Anlehnung an den
Vaterländischen Krieg von 1812, in dem
Napoléon nach der Einnahme von Moskau durch russische Truppen besiegt wurde.
Trotz sechswöchiger Verzögerung durch den
Balkanfeldzug war fest eingeplant, in den
noch von 1918 bekannten Gebieten durch
Blitzkriegtaktik unter Einsatz von Panzerverbänden mit Luftunterstützung entscheidende Siege zu erzielen und vor Einbruch der
Schlammzeit bzw. des Winters die operative Linie
Astrachan–
Archangelsk zu erreichen. Tatsächlich hatte die
Rote Armee in Grenznähe große Mengen an Soldaten und Material versammelt und die
Wehrmacht und ihre Verbündeten machten nach großen Kesselschlachten Millionen Kriegsgefangene, erbeuteten und zerstörten unzähliges Kriegsgerät. Die Leistungs- und Leidensfähigkeit der Sowjetunion und ihres Volkes, die Weite des russischen Raumes und die besonderen klimatischen Bedingungen wurden aber unterschätzt. Die Wehrmacht wurde noch im Dezember 1941 vor Moskau zurückgeschlagen. Es folgten jahrelange verlustreiche Kämpfe.
Bereits in den ersten Kriegstagen wurden von der Wehrmacht hinter der rasch vorrückenden Front
kriegsgefangene Politkommissare der Roten Armee ausgesondert und erschossen. Hinter der Front begannen
Einsatzgruppen der SS mit dem systematisch durchgeführten
Völkermord an der jüdischen Bevölkerung. Der Tod von Millionen gefangener Rotarmisten wurde durch lange Märsche und unzureichende Verpflegung billigend in Kauf genommen oder bewusst herbeigeführt. Die Einsätze gegen
sowjetische Partisanen eskalierten im Laufe der Kämpfe. Auch das Verhungern der Zivilbevölkerung, zugunsten der Versorgung der Truppe wurde in Kauf genommen. Vier Sommer und drei Winter lang hielten deutsche Truppen auch große Teile der Sowjetunion besetzt. Teilweise wurde versucht, die dortigen Völker für einen Befreiungskampf gegen die Sowjetherrschaft zu mobilisieren, wozu sogenannte
Osttruppen aufgestellt wurden.
Der Krieg, der ab Herbst 1944 auf deutschem Gebiet erbittert weitergeführt wurde, endete formell am 8. Mai 1945 mit der
bedingungslosen Kapitulation aller deutschen
Teilstreitkräfte durch das
Oberkommando der Wehrmacht. Die Gesamtzahl der Todesopfer beträgt auf sowjetischer Seite um die 25 Millionen Menschen, wohingegen während des gesamten Zweiten Weltkriegs 7 Millionen Deutsche umkamen. Die Folgen sind auch sechs Jahrzehnte später noch nicht aufgearbeitet.
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