Golo Mann (*
27. März 1909 in
München; †
7. April 1994 in
Leverkusen; eigentlich
Angelus Gottfried Thomas Mann) war ein deutsch-schweizerischer
Historiker,
Publizist und
Schriftsteller.
Golo Mann war ein Sohn des Literaturnobelpreisträgers
Thomas Mann. Nach der
Machtergreifung der
Nationalsozialisten emigrierte er über
Frankreich und die
Schweiz in die
USA. Mitte der 1950er-Jahre kehrte er nach Deutschland zurück und übersiedelte später in die Schweiz. Nach einer Tätigkeit als Professor für Politikwissenschaft in Stuttgart arbeitete er als freier Publizist und einflussreicher Kommentator des
Zeitgeschehens. Er verkehrte mit Politikern wie
Konrad Adenauer und
Willy Brandt, für den er sich zunächst als Berater einsetzte und dessen Ostpolitik er unterstützte. Ablehnend verhielt er sich zur
Studentenbewegung; 1980 engagierte er sich für den Wahlkampf von
Franz Josef Strauß. Zu seinen bekanntesten Schriften gehören die 1958 erschienene
Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, die als historisches Standardwerk eine Millionenauflage erreicht hat und in neun Sprachen übersetzt worden ist, sowie seine 1971 veröffentlichte
Wallenstein-Biographie. Als konservativer Historiker stellte er den Menschen in den Mittelpunkt seiner erzählend formulierten Werke und zog damit die Kritik mancher Berufskollegen auf sich, die gesellschaftspolitische Theorien bevorzugten.
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