Während des
Dreißigjährigen Krieges fanden in
Ostfriesland keine militärischen Auseinandersetzungen zwischen den Hauptkriegsgegnern statt.
Die Grafschaft selbst blieb in diesem europäischen Konflikt neutral. Allerdings nutzten Truppen der Kriegsgegner sie wiederholt als Ruheraum, wobei die Einwohner durch
Kontributionen und Einquartierung ausgebeutet wurden. Von 1622 bis 1624 besetzten Truppen des protestantischen Heerführers
Ernst von Mansfeld, von 1627 bis 1631 katholische Truppen der
ligistischen Armee
Tillys und schließlich von 1637 bis 1651 hessische Truppen das Land.
Die benachbarten
Niederlande übten bereits vor dem Krieg politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Einfluss auf die Grafschaft Ostfriesland aus. Während des Krieges stationierten sie an zentralen und strategisch wichtigen Orten Truppen, darunter in
Leerort bei
Leer und in Emden.
Auch nach Abschluss des
Westfälischen Friedens blieben bis 1651 fremde Truppenteile in einem zu erheblichen Teilen entvölkerten Land. Nur relativ stark befestigte Orte wie
Emden waren fähig, sich dem Zugriff der Besatzer zu entziehen und so ihre wirtschaftliche Infrastruktur, wenn auch unter immensen Einbußen, zu erhalten.
Infolge des Krieges konnten die
Stände vom Landesherrn eine weitgehende
Autonomie erringen. So waren es die Stände und nicht der Graf, die mit Ernst von Mansfeld über einen Abzug verhandelten und diesen Vertrag dann als Vertreter Ostfrieslands unterzeichneten. Auf die
Vertretung der Stände geht die
Ostfriesische Landschaft zurück, die sich heute der Kulturpflege widmet.
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